Zeltlager der Jugend

In diesem Jahr konnte das Zeltlager der Pfarrjugend Herzogenaurach endlich wieder sechs Nächte lang, vom 31.07. bis zum 6.08.2022 wie gewohnt mit 120 Kindern und nächtlichem Überfall stattfinden.
2020 fand coronabedingt kein Zeltlager statt und im letzten Jahr gab es nur eine verkleinerte Version.
Bei der Abfahrt war für die Kinder von neun bis 16 noch nicht ganz ersichtlich, was das diesjährige Motto alles zu bieten haben sollte:
griechische Gewänder tummelten sich neben aztekischer Kriegsbemalung und nordischen Äxten.
Doch mit der Aufteilung der Teilnehmenden in fünf verschiedene Völker (aztekisch, griechisch, indisch, nordisch und ägyptisch) wurde das Thema „Konferenz der Götter“ immer eindeutiger.
Denn die Götter hatten sich getroffen, weil die Welt in Ungleichgewicht geraten war und nur die Zusammenarbeit der verschiedenen Völker sie noch retten konnte.
Jeder volle Tag orientierte sich an einer der fünf Kulturen und wurde von einem, an jener Konferenz teilnehmenden, Gott geleitet.
Am Montag mussten sich die Kinder in Diskus(Frisbee)werfen, Wagen(Schubkarren)rennen und weiteren „antik-griechisch-olympischen“ Disziplinen messen.
Bei Einbruch der Nacht war der Tag allerdings noch nicht zu Ende:
Im Nachtspiel verloren die Teilnehmenden zunehmend die Orientierung und Hermes beraubte sie zudem noch um ihre hart erspielten Punkte.
Um die am Tag zuvor verlorene Orientierung wiederzuerlangen, machten sich die Kinder in Kleingruppen auf einen 12 km langen Weg,
der mit Kompassen und Kartenausschnitten erschlossen werden musste, nachdem die Gruppen nahe der Aurach-Quelle ausgesetzt worden waren.
Gegen Nachmittag hatten es alle Kleingruppen wieder auf den Zeltplatz nahe Losaurach geschafft und durch den aztekischen Tagesgott Xoctl
konnten sie neben ihrer Orientierung auch wieder die gestohlenen Punkte ergattern.
Am Mittwoch ging es, ganz im Stile der nordischen Götter, ins Wasser:
Das Freibad in Neustadt a. d. Aisch wurde besucht um die „Fähigkeiten auf dem Wasser zu verbessern“…und damit sich endlich alle einmal wieder waschen konnten.
Gegen Abend begann Helmut Hetzel seinen letzten Gottesdienst im Zeltlager mit einer humorvollen und doch ernstgemeinten Predigt über den einen Gott,
der weder von den nordischen, noch den aztekischen oder einer der anderen Religionen richtig aufgefasst worden sei.
Der Donnerstag stand unter dem Motto indischer Markt und fairer Handel.
Die Kinder konnten an den von den mehr als 30 Leitern und Leiterinnen vorbereiteten Stationen „Zela-Rupien“ ergattern aber auch wieder ausgeben.
So gab es vielfältige Essensangebote und Schildbau-Workshops neben Beauty-Masken oder der Möglichkeit Rupien durch das Erriechen von Gewürzen zu verdienen.
Der letzte Tag wurde, nachdem sich die Gruppen noch einmal quer durch eine Pyramide spielen mussten, mit einem großen Lagerfest beendet.
Hier stand vor allem Helmut Hetzel und sein großes Engagement in der Jugendarbeit im Mittelpunkt.
Allgemein in Herzogenaurach aber vor allem auch dem Zeltlager und der VR (Verantwortlichen Runde, Organisatoren und Organisatorinnen des Zeltlagers)
gegenüber war er immer mehr als „nur“ der Stadtpfarrer und Hauptverantwortliche.
Und so konnten die Kinder am nächsten Tag, nachdem die Zeltplanen geschrubbt waren wieder nach Hause zurückkehren.
Ohne Götter die ihnen sagten, was getan werden müsse – dafür wieder mit ihren Eltern.
Jonas Werling