Zum Inhalt springen

Das Altar-Kreuz 

Kirche St. Otto

Der Kölner Goldschmied Egino Weinert schuf Kreuz für St. Otto

Die Entstehungsgeschichte des neuen Kunstwerkes in unserer Pfarrkirche

“Wie soll ich Kindern und auch Erwachsenen von Jesus erzählen, wenn sie in unserer Kirche kein Bild von Ihm finden?” Mit dieser Frage konfrontierte ein aktives Gemeindemitglied die Kirchenverwaltung und den Sachausschuss St. Otto im Jahre 1993.

Zu dieser Zeit war nach einem Wettbewerb die Entscheidung für die Ausstattung der St. Otto-Kirche getroffen worden. Der Altar, der Ambo und der Tabernakel wurden beim Nürnberger Künstler Peter Scherer gefertigt und die Glasfenster von Christine Triebsch aus Halle gestaltet. Beide Künstler bevorzugen in ihrer künstlerischen Sprache das Abstrakte. So waren die Ergebnisse zwar kostbar und wunderschön in ihrer Darstellung, konkrete Bildantworten gaben sie bewusst nicht. Viele Gemeindemitglieder freundeten sich bald mit den Kunstwerken an, aber der Wunsch nach einem Jesus zum “Angucken” oder nach Bildern, die Bibelgeschichten erzählen, war noch immer vorhanden. Diesem Wunsch nahm sich der neue Pfarrgemeinderat von St. Otto im Jahre 1994 an und begab sich auf die Suche nach einem großen Kreuz für St. Otto. Egino Weinert, ein bekannter Kölner Künstler, wurde für den Auftrag gewonnen. Er hatte bereits einen Kelch und zwei Hostienschalen für die St. Otto-Kirche angefertigt, und seine Arbeiten hatten großen Anklang bei der Gemeinde gefunden.

Egino Weinert, geb. 1924 in Berlin, zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Sakralkünstlern und ist bereits mehrfach mit Auszeichnungen im In- und Ausland geehrt worden. Er betreibt seit den 50er Jahren eine Werkstatt in Köln und kann sich zahlreicher hoher Würdenträger der Kirche als Auftraggeber rühmen. Er arbeitete mehrfach für Papst Paul VI. und stattete u.a. die Nuntiatur (Botschaft) des Vatikan in Kopenhagen aus. Ein von ihm angefertigter Kreuzweg fand als eines der ersten modernen Sakralkunstwerke Einlass in die Vatikanischen Museen. Trotz der Umganges mit soviel Prominenz ist der jetzt 73jährige bescheiden und zurückhaltend geblieben. Er sieht seinen künstlerischen Auftrag in der Vermittlung des christlichen Glaubens. Seine Frömmigkeit ist aus seinen Bildwerken zu spüren, die durch ihre Klarheit und Farbigkeit jedermann begeistern.

Nach einer Besichtigung der St. Otto-Kirche im Juli 1995 nahm Egino Weinert den Auftrag gerne an, ein Kreuz für die Gemeinde zu gestalten. Bei diesem Besuch war auch der Spender des Kreuzes anwesend, der Ideen miteinbrachte, aber sonst Pfarrer Joachim Kauer, dem Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung freie Hand ließ. Im Herbst 1995 fand dann eine erste Modellprobe in der Kirche statt und die Gremien trafen alle notwendigen Entscheidungen bezüglich Form und Inhalt.

Nach 1 ½ Jahren wurde am Sonntag, den 20. Juli 1997, im Rahmen eines Familiengottesdienstes das neue Kreuz feierlich enthüllt und gesegnet.

Dr. Ingeborg Neubert
aus: Gemeindebrief 2/1997