Hl. Sebastian - Stadtpatron von Herzogenaurach


Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Magdalena
zu Ehren des Hl. Sebastian
Mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Magdalena, am Sonntag 23. Januar 2022, gedachten die Gläubigen ihres Stadtpatrons, den Hl. Sebastian.
Hauptzelebrant und Prediger war der ehemalige Kaplan von Herzogenaurach Daniel Bittel, jetzt Pfarradministrator in Neustadt/Aisch.
Im Jahre 1496 wütete in Herzogenaurach die gefürchtete Krankheit Pest. Sie war so schrecklich und es gab viele Tote, der Stadt drohte sogar die Entvölkerung.
Die Herzogenauracher Christen suchten in ihrer immer größer werdenden Not Zuflucht beim Hl. Sebastian und erflehten seine Hilfe.
Für die Abwendung der Pest gründeten die Bürger der Stadt die „Sebastiani-Bruderschaft“ und ließen ihm zu Ehren einen Altar in der Kirche St. Magdalena errichten.
Der Hl. Sebastian wird zum Stadtpatron von Herzogenaurach.
Auch bei weiteren Pestepidemien im Jahre 1520 und 1607 hat man den Hl. Sebastian um seine Hilfe angefleht und wieder sei die Seuche auf wunderbare Weise zum Stillstand gekommen.
Seit somit 526 Jahren verehrt man in Herzogenaurach den Hl. Sebastian als Schutz- und Stadtpatron.
Bis 1968 war der 20. Januar ein hoher Feiertag in der Stadt, die Dienststellen waren geschlossen und die Kinder hatten schulfrei.
Die Verehrung des Heiligen in der Stadt und die Beteiligung an diesen Tag ließ merklich nach und schlief allmählich ein.
Erst seit der Herzogenauracher 1000-Jahr-Feier im Jahre 2002 wurde der Tag des Hl. Sebastian wieder feierlich mit einem Festgottesdienst und einer sich anschließenden Lichterprozession durch die Stadt begangen.
In seiner Predigt ging Daniel Bittel auch auf die Nöte der Menschen ein. Not gibt es in jeder Generation. Corona ist heute die neue Form der Not.
Unsere Vorfahren mussten auch mit ihrer damals aktuellen Not, mit verheerenden Krankheiten wie „der Pest“, umgehen, ohne Krankenversicherung und andere soziale Hilfen.
Sie mussten in ihrer Not auf Altbewährtes zurückgreifen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Sie suchten Zuflucht beim Hl. Sebastian und durften seine Hilfe erfahren.
Bittel nahm auch Bezug zur Lesung aus dem Petrusbrief, die uns heute noch aufrütteln lässt:
„Lasst euch nicht erschrecken! – Haltet in euren Herzen Christus den Herrn heilig!“
Gott schickt uns auch heute seinen Geist der Stärke. Vertrauen wir uns auch heute den Hl. Sebastian an.
Unsere Vorfahren durften seine Hilfe erfahren.
Hl. Sebastian du Fürsprecher in Zeiten der Not. Halte deine schützende Hand über uns und unsere Stadt.