Zeltlager 2026

Piraten-Zeltlager trotzt der Hitzewelle
In der ersten Sommerferienwoche hat wie jedes Jahr das Zeltlager der Pfarrjugend Herzogenaurach stattgefunden. Diesmal ging es für die 120 Kinder und das 40-köpfige Betreuerteam in die Nähe von Schnaittach, wo sie wie immer auf einer Wiese im Wald ihr Lager aufschlugen. Am Gymnasium-Parkplatz, wo traditionell die Busse abfahren, gab es in diesem Jahr noch keine Hinweise auf das Motto - die Teilnehmenden zwischen 9 und 16 rätselten also während der Busfahrt zum Zeltplatz vor sich hin. Begrüßt wurden sie dann schließlich von einer Piratencrew und ihrem Schiff - das die Leiter aus Paletten gebaut hatten.
Die Kinder wurden kurzerhand als Matrosen angeheuert und durften ihren Captain wählen, bevor sie Zeit bekamen, das „Deck zu erkunden“. Da für die Woche extreme Hitze gemeldet war, genossen alle das Lagerfeuer am ersten Abend besonders, da sich schon abzeichnete, dass es vermutlich das erste und letzte Feuer sein würde. „Wir halten die Waldbrandstufen immer im Blick und ab Stufe 3 kommt es für uns überhaupt nicht in Frage, Feuer zu machen“, erklärt Betreuer Frank Stephan. „Wir haben auch am Aufbau leider nicht schüren können. Natürlich geht da viel Zela-Feeling verloren, aber Sicherheit geht halt einfach vor.“
Die Hitze und Trockenheit bestimmten dieses Jahr also den Takt des Herzogenauracher Zeltlagers. Die 40 Ehrenamtlichen, die das Zeltlager jährlich organisieren, mussten Flexibilität beweisen. Am Montagabend beschlossen sie, das Programm für den Dienstag kurzerhand zu ändern, weil 38 Grad vorhergesagt waren. „Eigentlich sollten die Kinder morgens einen Orientierungslauf machen, da fahren wir sie mit verbundenen Augen an einen Ort und sie müssen mit verschiedenen Hilfsmitteln zurückfinden“, sagt Betreuerin Luisa von Jagemann. „Am Dienstagnachmittag war dann ein großes Spiel im Stil von Schiffeversenken am Zeltplatz geplant.“ Aufgrund der Hitzewarnung hätten sie dann jedoch entschieden, den Orientierungslauf auszulassen und am Vormittag schon am Platz zu spielen. Und für den Nachmittag setzte man spontan eine kühle Überraschung um: Zwei Betreuer fuhren nach Herzogenaurach, um eine Feuerwehrpumpe mit Zubehör abzuholen, während andere im nächsten Ort die großen Wasserfässer auffüllten. Mit großen Strahlrohren brachten die Leiterinnen und Leiter dann die ersehnte Abkühlung und veranstalteten eine große Wasser-Party, die bei den Kindern super ankam: „Das war das coolste Programm, wie wir alle durch das Wasser gerannt sind und Bella Napoli gesungen haben“, war ein Teilnehmer überzeugt. Um die heißen Temperaturen noch erträglicher zu machen, brachte die Küche allen ein Eis mit und das Getränketeam gab die ganze Woche immer mal wieder kostenloses Wasser an die Kinder aus.
„Kopfbedeckung ist sowieso Pflicht am dem ersten Sonnenstrahl und wir haben einfach versucht, drauf zu achten, dass immer genug Schatten für alle da war“, sagt von Jagemann. „Aber man hat schon gemerkt, dass die Hitze allen viel Kraft gekostet hat.“
Der Freibadbesuch am Mittwoch war also im Programm perfekt aufgehoben und die Kinder durften sich über einen Fahrservice für Hin- und Rückweg freuen. Am Donnerstag ging die Piratencrew in einem Hafen an Land, um Vorräte aufzufüllen und die Umgebung zu erkunden – das heißt es fanden den ganzen Tag über verschiedene Workshops und Angebote statt, die die Kinder frei besuchen konnten.
Am Freitag holten alle den verschobenen Orientierungslauf nach und feierten am Abend ein gemütliches Lagerfest - wenn auch leider wieder ohne Feuer.
