Wallfahrt nach Dettelbach

Gemeinsam auf dem Weg

Die traditionelle Wallfahrt führte heuer zum 287. Mal zur „Maria im Weinberg“.
Ob mit Fahrrad, Bus, zu Fuß oder in Kombination von beiden, viele
Möglichkeiten führen in den bekannten Wallfahrtsort. Die sportlich größte
Herausforderung ist zweifelsohne der über 80 km lange Fußmarsch der sich auf zwei Tage verteilte.
Ab Samstag machten sich dann Fuß- Bus- (einfach ca. 14 km) und die Fahrradfahrer auf den Weg.
Zum Sonntagsgottesdienst brachte dann eine Buswallfahrt auch Interessierte die weniger Zeit haben oder nicht so gut zu Fuß sind.
38 Fußwallfahrerinnen und Fußwallfahrer machten sich im ersten Morgenlicht am Freitag, 27. Juni 2025, nach der Aussendung durch Kaplan Christian Wohlfahrt auf den Weg, der über zahlreiche Stationen von Obermembach, Großenseebach, Poppenwind über Höchstadt, Weingartsgreuth und Schlüsselfeld bis nach Geiselwind führte. In vielen Orten gab es kurze Raststationen an Kirchen und Kapellen und bei verschiedenen Familien, die der Wallfahrer-Gruppe einen schattigen Platz und eine Stärkung anbot. In den vielen Orten wurde stets ein „Vater unser“ für die Menschen dort gebetet und noch viele, viele „Vater unser“ in den unterschiedlichsten Gebetsanliegen mehr. In der Gruppe wechselten sich alle ab beim Kreuz oder Fahnentragen und passten aufeinander auf.
Am Samstag in aller Morgenfrische kamen noch mehr Wallfahrerinnen hinzu sowie Mitglieder der Feuerwehr Herzogenaurach, die die Gruppe auf der Straße absicherten, als sich alle weiter auf den Weg über Wiesentheid bis nach Dettelbach machten. Am frühen Nachmittag schließlich kamen die Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung, die bei der Wallfahrt das Motto des Heiligen Jahres aufnahmen, auf der letzten Etappe nach Dettelbach und trafen sich dort mit der Radwallfahrer-Gruppe, die von Pfarrer Michael Pflaum und Gemeindereferentin Martina Keller begleitet wurde, sowie den Bus-Wallfahrerinnen und -Wallfahrern. Die insgesamt rund 100 Pilgerinnen und Pilger zogen gemeinsam feierlich zu den Klängen von „Ein Haus voll Glorie schauet“ in die Wallfahrtskirche zum Heiligtum „Maria im Sand“ ein, wo der Altar mit dem Gnadenbild mehrmals umrundet wurde. Am Abend nach einer Ausruhzeit in den verschiedenen Unterkünften, stärkten sich alle beim Fischerfest in Dettelbach. Als Höhepunkt und Ausklang des Tages fand die von Martina Keller wunderbar gestaltete Lichterprozession statt.
Am Sonntag folgte schließlich der Festgottesdienst mit Pfarrer Pflaum, der mit den Kreuzträgern und Fahnenträgern der Wallfahrer-Gruppen feierlich einzog. Zum Gottesdienst waren noch weitere Gläubige aus Herzogenaurach sowie dem ganzen Seelsorgebereich Aurach-Seebachgrund gekommen. Pfarrer Pflaum ging in seiner Predigt auf das Fest „Peter und Paul“ am 29.06. ein und erläuterte besonders die Rolle des Apostels Paulus, der Jesus nie persönlich erlebt hatte, im Begründen der Kirche. Statt des Glaubensbekenntnisses folgte im Gottesdienst die Erneuerung des Gelöbnisses von 1738 für die Stadt Herzogenaurach und das Seelenheil der Gläubigen. Das Gelöbnis wurde von Walter Drebinger als Vertreter der Kirchenverwaltung St. Magdalena, von Bürgermeister German Hacker und von Sandra Ebersberger als Vorsitzender im Seelsorgebereichsrat Aurach-Seebachgrund verlesen und war für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wallfahrt ein sehr bewegender Moment. Im Gelöbnis heißt es „An diesem geheiligten Ort begegnen nun auch wir Gott und können mit neuer Kraft in den Alltag zurückkehren.“ Dies drückt die Besonderheit der ganzen Wallfahrt aus. Es war für alle in der Kirche spürbar, wieviel die Wallfahrt nach Dettelbach den Menschen in Herzogenaurach und Umgebung bedeutet und wie sehr sie die Gemeinschaft stärkt.
Großer Dank gebührt den Organisatoren Thomas Kotzer und Helmut Fischer, die mit zahlreichen Helferinnen und Helfer die logistische Herausforderung der dreitägigen Fußwallfahrt sowie Rad- und Fuß-/Buswallfahrt reibungslos organisiert hatten. Alle Wallfahrerinnen und Wallfahrer kamen gesund, wenn auch teilweise mit Fuß- oder Knieschmerzen in Dettelbach und wieder zuhause an und konnten mit Stolz und Freude auf den gemeisterten Pilgerweg mit vielen persönlichen besonderen Momenten zurückblicken und hoffentlich den Segen von „Maria im Sand“ mit in den Alltag nehmen – bis zum nächsten Jahr!

