Ehrenamtspreis für die VR der Pfarrjugend

Verleihung der Auszeichnung durch Erzbischof Herwig Gössl
Was für eine Ehre: Die Verantwortlichenrunde (VR) der Pfarrjugend Herzogenaurach ist im Oktober 2024 von Erzbischof Herwig Gössl für ihr „langjähriges und zukunftweisendes ehrenamtliches Wirken“ ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit Kaplan Christian Wohlfahrt, der die Gruppe beim Erzbistum für den „Preis des Ehrenamts“ vorgeschlagen hatte, machten sich Henri, Anna, Verena, Basti und Vincent deshalb am 11. Oktober auf den Weg nach Bamberg. Dort durften sie an der festlichen Verleihung im Bistumshaus teilnehmen und ihre Auszeichnung in Empfang nehmen.
Erzbischof Gössl machte in seiner Ansprache klar, dass es eine Kirche, die ausschließlich aus Hauptamtlichen bestünde, nicht geben könne. Es brauche die Ehrenamtlichen in gleicher Weise, weshalb er „sehr berührt“ sei von dem vielfältigen Einsatz. Insgesamt zeichnete er 18 Gruppen aus, von Miniteams über Chöre bis Seniorentreff.
Bei der Laudatio auf die VR ging spätestens dann ein Raunen durch den Saal, als die Rede war von einer Teilnehmerzahl beim Zeltlager von 120 Kindern. Anerkennendes Nicken, beeindruckte Gesichter und begeisterter Applaus bestärkten die Zeltlagerleiterinnen und -leiter in ihrem Tun. Auch nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung wurde die kleine Abordnung noch mehrfach von den anderen ausgezeichneten Gruppen angesprochen und gelobt und durfte stolz von ihrem geliebten „Zela“ berichten. Das Preisgeld von 500 Euro soll als Anerkennung und Dank des Erzbistums verstanden werden und ist ausdrücklich dafür gedacht, dass die Gruppe sich selbst etwas Gutes tut.
Die rund 40 Ehrenamtlichen der Verantwortlichenrunde (VR) treffen sich das ganze Jahr über regelmäßig und planen das ZELA, das dann in der ersten Sommerferienwoche stattfindet. Schon im Februar beginnt die Planung mit der Wahl eines Mottos (Detektive, Römer, Harry Potter, Robin Hood, Märchen, Einmal um die Welt…). Im März verbringt die Gruppe ein Wochenende in einem Selbstversorgerhaus, erstellt einen Wochenplan, teilt erste Gruppen für Spielvorbereitungen ein, bespricht organisatorische Dinge und stärkt den Zusammenhalt untereinander. Bis Juli ist dann viel zu tun, es braucht Genehmigungen vom Landratsamt, Förster und Bürgermeister der entsprechenden Gemeinden müssen informiert werden und das Küchenteam sucht Bäcker, Metzger und Supermärkte in Zeltplatznähe. Schon fünf Tage bevor es für die Kinder losgeht, fährt die VR raus auf den Zeltplatz und baut sämtliche Zelte auf: Küchen-, Medizin-, Getränke-, Materialzelt, große Aufenthaltszelte für schlechtes Wetter, Schlafzelte für Betreuerinnen und Betreuer sowie etwa 20 Kinderzelte.
Am ersten Feriensonntag holt ein kleiner Trupp dann die 120 Kinder mit großen Reisebussen in Herzogenaurach ab. In der kommenden Woche stehen längere Wanderungen, Workshops, große Spiele, Nachtspiele, Lagerfeuer und ein Freibadbesuch auf dem Programm. Elektronische Geräte sind dabei nicht erlaubt, Handys und Co. bleiben zuhause, die Eltern erreichen die VR während der Zeltlagerwoche über eine Notfallnummer. Die Woche endet mit einem Elternnachmittag am Samstag auf dem Zeltplatz, bei dem die Eltern einen kleinen Einblick ins Lagerleben bekommen. Die Ehrenamtlichen der VR bleiben noch bis Sonntag, bauen alle Zelte ab, verladen das Material wieder in den Lkw und fahren erst dann zurück in die Zivilisation. Zwei Tage lang sind sie noch mit Putzen der Zeltplanen, Spülen des Küchenequipments und der Heringe und dem Aufräumen beschäftigt. Insgesamt sind die Ehrenamtlichen also 14 Tage am Stück im Einsatz, manche nehmen sich sogar unbezahlten Sonderurlaub, um dabei sein zu können.